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Evolution des Bewusstseins

von Śrīla Bhaktivinoda Ṭhākura

Śrīla Bhaktivinoda Ṭhākura, Autor des Evolution des Bewusstseins zählt zu den wichtigsten Vertretern Vedischer Weisheit in der Moderne. Als das spirituelle Erbe der VedenVedenWörtlich: ›Wissen‹; überlieferte heilige Schriften für die Menschheit, die das Wissen vom Absoluten und Relativen enthalten; sie dienen zur Vervollkommnung des Lebens
sich im Vergessen aufzulösen schien, vierlerorts auch der Lächerlichkeit preisgegeben wurde, war es an ihm, die Authentizität und Bedeutsamkeit der Vedischen Kultur zu rehabilitieren. Sein Einfluss auf Indiens Gesellschaft war immens: er wiederveröffentlichte zahlreiche historische Schriften und schrieb selbst über einhundert Bücher und Essays. Gegen Ende seines Lebens zog er sich von der Welt zurück, lebte asketisch und vertiefte sich in die Ekstase der Gottesliebe.

Evolution des Bewusstseins enthält das achte Kapitel von Srila Bhaktivinoda Thakuras CaitanyaCaitanya MahāprabhuInkarnation des Höchsten Herrn in diesem Zeitalter; Er erschien 1486 in Navadvīpa (West-Bengalen), um in der Gemütshaltung von Śrīmatī Rādhārānī das Chanten der heiligen Namen in Form des Hare-Kṛṣṇa-Mantras als beste spirituelle Tätigkeit zu verbreiten; Er verließ diese Welt im Jahr 1534. Seine Beinamen waren unter anderem Gaurāṅga und der Goldene Avatar.
Siksamrita
und schildert die Vedische Sicht auf die verschiedenen Entwicklungsstufen des menschlichen Bewusstseins und menschlicher Gesellschaft. Eine fesselnde Abhandlung, die das atheistische Weltbild herausfordert.

Ein Auszuge aus Evolution des Bewusstseins:

Auf das Äußere gerichtetes, materialistisches Leben findet man in vier Formen vor:

  1. als gottloses unmoralisches Leben
  2. als gottloses moralisches Leben
  3. als gottbejahendes moralisches Leben
  4. als durch unpersönliche Auffassungen entstelltes Leben

Dieser Art von Existenz werden die Tiere zugerechnet, die Begriffsvermögen und Denkfähigkeit nur in geringem Ausmaß besitzen; aber auch Menschen fallen in diese Kategorie. Unmoralisches, geistig armes menschliches Leben ist zweifach unterteilt.

Da gibt es zum einen unzivilisierte Eingeborene, die ein primitives Leben im Wald führen. Diese lassen sich, wie die Tiere um sie herum, von ihren Trieben leiten. Getrieben von Furcht und Begehren, halten sie strahlende Objekte wie die Sonne und den Mond für verschiedene Götter. Auf ihrer Stufe gelten keine ethischen Prinzipien und kein genaues Konzept von Gott. Die der reinen spirituellen Seele eigene natürliche Hingabe zum Herrn ist bei ihnen fast gänzlich verkümmert und zeigt sich nur in sporadischen Ehrfurchtsbezeigungen.

Die zweiten sind Menschen, die sich Wissen über die Materie und ihre Gesetze angeeignet haben. Kraft ihrer Intelligenz entwickeln sie verschiedene Wissenschaften und Künste und verschaffen sich auf diese Weise einen höheren Lebensstandard. Solange sie aber keine ethischen Prinzipien und Ehrfurcht vor Gott annehmen, werden sie der zweiten Kategorie von unreguliertem und geistig armem Leben zugerechnet. Von Ethik und Religion halten solche Menschen nichts.

Wenn die unregulierten Atheisten Wertschätzung für ethische und moralische Prinzipien entwickeln, erheben sie sich auf die Stufe gottlosen moralischen Lebens, einer anderen Form bedingten Lebens. Und wenn auf dieser Stufe etwas Gottvertrauen hinzukommt, erreichen sie den Status gottbejahenden moralischen Lebens. Weil aber auf dieser Stufe das Pflichtbewusstsein gegenüber Gott als weniger wichtig angesehen wird als ethische Prinzipien, wird dadurch die materialistische Grundhaltung nicht beseitigt, und somit zählt man diese gläubigen Moralisten zur dritten Art bedingten Lebens.

Wenn auf der gottbejahenden moralischen Stufe eine stark unpersönliche Geisteshaltung die Oberhand gewinnt, geben die gläubigen Moralisten die Pflichten und Regeln ihres ethisch-religiösen Lebens auf, erniedrigen sich und tauschen ihr Gottvertrauen Stück für Stück gegen eine nihilistische Sicht des Alles-eins-Seins aus. Diese durch unpersönliche Konzepte entstellte materialistische Lebensweise bildet die vierte Stufe bedingten Lebens.

Diejenigen, die Gott als alleinigen Sinn und Inhalt ihres Lebens ansehen und Wissenschaft, Kunst, Religion und Philosophie dieser Hingabe unterordnen, führen ein – obwohl noch bedingtes – spirituelles Leben; das heißt, ein reguliertes gottesbewusstes Leben. Das Ziel ihres Lebens und das Ergebnis ihrer spirituellen Praxis ist es, von der Bindung an die Materie vollkommen frei zu werden und mit der leuchtenden, reinen Natur der Seele die spirituelle Wirklichkeit zu erfahren. Soweit also Śrī Caitanyas und die Vedischen Antworten auf die Frage nach dem Leben und seinem Ziel. Wenn nun die vier beschriebenen Arten von materialistischen Menschen diese Darstellung hören, werden sie – jeder seiner jeweiligen Überzeugung gemäß – ihre Einwände vorbringen. Nach ihrem eigenen Verständnis überdenken sie ihre Lebensauffassung, die Implikationen, die diese mit sich bringt, ihre Antworten darauf, die Einwände dagegen, und kommen schließlich zur Schlussfolgerung. Diese Schlussfolgerung legen sie dann als Einwand vor. Dabei ist anzumerken, dass die Einwände, die die Angehörigen einer bestimmten Lebensstufe anführen, von dem Vertreter der jeweils nächsthöheren Stufe widerlegt werden, der daraufhin seine eigene Schlussfolgerung präsentiert. Indem er seine eigene Anschauung etabliert, werden die Argumente der niedrigeren Lebensstufe als unzulänglich abgelehnt.

Evolution des Bewusstseins: 36 Seiten; herausgegeben von Gaudiya VedantaVedāntaWörtlich: ›Schlussfolgerung des Wissens‹; Bezeichnung für die philosophischen Grundsätze, die der vedischen Religion zugrunde liegen; zusammengefasst im Vedānta-sūtra
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